Warum altern wir?

Niemand bleibt davor verschont: Altern. Dieser Prozess begleitet uns ein Leben lang. Doch was sind die Ursachen für die Alterung? Eindeutig lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Unser Körper unterliegt einer ständigen Regeneration. Diese ermöglicht es, bestimmte Schäden selbst zu reparieren. Doch mit zunehmendem Alter verliert der Körper die Fähigkeit der Selbstheilung. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Umweltgifte und Stress.

Eine regelmäßige Zellregeneration kann dazu beitragen, dass wir lange gesund bleiben. Die meisten Zellen können sich jedoch nicht unbegrenzt teilen. Stattdessen haben sie eine genetisch vorbestimmte Lebensdauer. Das bedeutet, dass die Zellteilungsrate nach und nach abnimmt. In der Folge wird die Zellteilung mit der Zeit vollkommen eingestellt und der programmierte Zelltod (Apoptose) eingeleitet. Der Mensch altert. Man nennt diese begrenzte Zahl an Zellteilungen Hayflick-Grenze.

Doch es gibt noch eine weitere genetische Ursache für die Alterung. Bei einer Zellteilung muss die gesamte genetische Information (das Erbgut) der Mutterzelle auf die entstehende Tochterzelle kopiert werden. Diese Information ist in Form von DNA auf den Chromosomen im Zellkern gespeichert. Bei diesem Kopiervorgang kann es allerdings gelegentlich zu Fehlern kommen, die nicht immer durch das körpereigene Reparatursystem behoben werden können. Auch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung können das Erbgut schädigen. In der Folge entstehen sogenannte Mutationen, dauerhafte Veränderungen der genetischen Information. Diese können den Alterungsprozess fördern und Krankheiten auslösen.

Hormone sind chemische Botenstoffe, die für die Kommunikation in unserem Körper von großer Bedeutung sind. Eine wichtige Steuereinheit für die Produktion von Hormonen befindet sich im Gehirn. Diese Botenstoffe werden freigesetzt und bahnen sich ihren Weg durch den Organismus zu ihren Zielorganen oder -geweben. Wenn sie dort angekommen sind, docken sie an einen Rezeptor an, um wichtige Informationen weiterzugeben. Die Hormonproduktion nimmt im Laufe des Lebens jedoch immer weiter ab. Dadurch ist die Kommunikation im Körper gestört und die Alterung schreitet voran.

Auch Zellschäden sind an der Alterung beteiligt. Bei den zahlreichen Vorgängen in unserem Stoffwechsel entstehen immer wieder schädliche Nebenprodukte. Es handelt sich häufig um Moleküle, die man als „freie Radikale“ bezeichnet. Im Alter können diese freien Radikale immer schlechter abgefangen werden. Freie Radikale sind chemisch hochreaktiv und beeinflussen die Biochemie in unseren Zellen. Sie können wichtige Proteine oder auch unsere DNA beschädigen. Nicht immer können diese DNA-Schäden repariert werden. Dadurch können wichtige Körperfunktionen beeinträchtigt und die Alterung beschleunigt werden.

Die freien Radikale entstehen aber nicht nur als Zwischenprodukte unseres Stoffwechsels. Auch externe Faktoren wie UV-Strahlung, Umweltgifte und Stress können die Entstehung freier Radikale begünstigen und so den Alterungsprozess beschleunigen.

Die Folgen des Alterungsprozesses

Die fortschreitende Alterung macht sich bei uns allen im Laufe der Zeit bemerkbar. Durch eine langsamere Zellregeneration erneuert sich die Haut schlechter. Gefäße verlieren an Elastizität und weniger Abwehrzellen werden produziert. Es können einige sichtbare und unsichtbare Alterserscheinungen resultieren:

  • Falten werden sichtbar

  • Das Haar wird lichter

  • Linseneintrübungen und Altersweitsichtigkeit treten auf

  • Der Geruchs- und Geschmackssinn lässt nach

  • Die Anfälligkeit für Infektionen steigt

  • Die Gehirnmasse geht zurück

  • Die Übertragung von Informationen dauert länger

  • Ablagerungen und Verengungen in den Blutgefäßen entstehen

  • Das Herz verliert an Kraft

Dieser Prozess lässt sich nicht vollständig aufhalten. Es gibt allerdings Möglichkeiten, ihn hinauszuzögern.

Der Alterungsprozess

Welche Gewohnheiten beschleunigen den Alterungsprozess?

Altern ist ein ganz natürlicher Prozess in unserem Leben. Dennoch gibt es Gewohnheiten, die uns schneller altern lassen.

Mangelnde Bewegung

Zu wenig Bewegung kann der Gesundheit schaden. Doch nicht nur das, Bewegungsmangel kann sich auch stark auf den Alterungsprozess auswirken. Laut einer Studie kann Bewegungsmangel einen Einfluss auf die Länge unserer Telomere haben (Shadyab, 2017). Als Telomere bezeichnet man die Enden von Chromosomen. Diese Enden sollen die Funktion der Chromosomen erhalten und somit unsere enthaltene Erbinformation schützen. Bei jeder Zellteilung werden diese Telomere ein Stück kürzer, bis die Zelle die maximale Teilungsrate erreicht hat und stirbt. Zu wenig Bewegung kann laut der Studie jedoch dazu führen, dass sich unsere Telomere verkürzen und der Zelltod einsetzt. Dies kann auf Dauer zu Funktionseinschränkungen führen, die uns altern lassen. Um dem entgegenzuwirken, sollte man sich mindestens 30 Minuten pro Tag bewegen. Das kann dazu beitragen, dass wir lange jung und gesund bleiben.

Shadyab AH, Macera CA, Shaffer A, et al. Associations of Accelerometer-Measured and Self-Reported Sedentary Time With Leukocyte Telomere Length in Older Women. Am J Epidemiol 2017; 185(3): 172−184.

Stress

Lebenslanger Stress kann unsere Alterung beschleunigen. Forscher konnten in einer Studie zeigen, dass die Enden von Chromosomen, die sogenannten Telomere, bei Frauen deutlich verkürzt waren, wenn diese unter chronischem Stress litten (Epel, 2014). Diese Entdeckung wird mit Stresshormonen in Verbindung gebracht. Ebenso wie Bewegungsmangel kann also auch Stress das zelluläre Sterben beschleunigen und die Körperfunktionen einschränken. Daher helfen eine positive Lebenseinstellung und die Vermeidung von Stress dabei, länger jung und gesund zu bleiben.

Epel ES, Blackburn EH, Lin J. Accelerated telomere shortening in response to life stress. PNAS 2004; 101(49): 17312−17315.

UV-Strahlung

Die Wirkung der Sonne kann sich sehr positiv auf unsere Gesundheit auswirken. So aktiviert sie unsere Immunabwehr und stärkt die Knochen. Doch zu viel Sonne schadet der Haut. Die Folgen reichen von Sonnenbrand bis hin zum Hautkrebs. Schon lange, bevor ein Sonnenbrand entsteht, schädigt die UV-Strahlung unser Erbgut. Bei besonders langem, häufigem und intensivem Sonnenbaden können diese Schädigungen zum Teil nicht mehr vollständig oder fehlerfrei repariert werden. Mutationen sind die Folge und das Risiko für Hautkrebs steigt. Auch die Hautalterung wird durch zu viel Sonne deutlich vorangetrieben. Vor allem die UV-A -Strahlen dringen tief in die Hautschichten ein und schädigen dort Kollagenfasern. Dieses Kollagen ist für die Elastizität der Haut verantwortlich. Verliert unsere Haut diese Elastizität, bilden sich sichtbare Falten. Um sowohl Krankheiten als auch einer frühzeitigen Hautalterung vorzubeugen, ist es wichtig, sich der Sonne nicht zu lange auszusetzen und einen guten Sonnenschutz zu verwenden.

Schlafmangel

Schlaf bedeutet Regeneration und Erholung. Das gilt auch für unsere Zellen. Schlafen wir zu wenig, kann sich das negativ auf die Gesundheit auswirken. Aber auch unsere Haut altert dann schneller. Daher ist es wichtig, auf ausreichend Schlaf und eine gute Schlafqualität zu achten. So geben wir unserem Organismus die Möglichkeit, sich über die Nacht optimal zu regenerieren, damit wir fit und gesund in den neuen Tag starten können.

Rauchen

Rauchen lässt uns schneller altern. Doch woran liegt das? Wer raucht, verbraucht mehr Nährstoffe und entwickelt dadurch schnell einen Mangel. Einige dieser Nährstoffe sind allerdings wichtig, um schädliche freie Radikale abzufangen. Doch gerade durch das Rauchen nimmt man besonders viele freie Radikale auf, die unseren Zellen schaden und die Alterung beschleunigen. Eine weitere Ursache liegt darin, dass die Haut von Rauchern schlechter Feuchtigkeit halten kann und austrocknet. In der Folge wird die Haut faltig und schlaff. Doch nicht nur äußerlich sieht man die Folgen des Rauchens und die vorzeitige Alterung. Auch die Organe eines Rauchers werden stark geschädigt. So sind zum Beispiel Herz und Lunge weniger leistungsstark. Dies kann dazu führen, dass das Herz früher ermüdet und sich die Lebenserwartung reduziert. Auch führen die im Tabakrauch enthaltenen Stoffe zu charakteristischen Erbgutveränderungen bei Rauchern. Diese Mutationen können Krebs in der Lunge, im Kehlkopf und anderen Organen von Rauchern verursachen.

Alexandrov LB, Ju YS, Haase K, et al. Mutational signatures associated with tobacco smoking in human cancer. Science 2016; 354(6312): 618−622.

Ernährung

Unser Körper ist täglich vielen Umweltgiften ausgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel Feinstaub, Zigarettenrauch oder Pestizide. Auf vielen Wegen gelangen sie in unseren Organismus und schaden uns, meist in Form von freien Radikalen. Zum Glück ist unser Körper aber in der Lage, sich bis zu einem gewissen Grad gegen die Zellzerstörung zu wehren. Mit Hilfe von Antioxidantien wie zum Beispiel Vitamin C gelingt es ihm, Radikale unschädlich zu machen. Doch in der heutigen Zeit besteht unsere Nahrung zu einem immer größeren Anteil aus Fleisch, Getreide, Milch und Fett. In diesen Lebensmitteln kommen nur wenige Antioxidantien vor. Stattdessen findet man sie in Gemüse, Obst, frischen Pflanzenölen, Nüssen und Kräutern.

Um die Zerstörung der Zellen durch freie Radikale und somit eine frühe Alterung zu verhindern, ist es also wichtig, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Neben gesunder Ernährung kann auch Fasten die Autophagie aktivieren.

Autophagie aktivieren

Fasten und Autophagie

Intervallfasten, das auch als intermittierendes Fasten bezeichnet wird, ist eine beliebte Form des Fastens. Es gibt vielversprechende Hinweise darauf, dass diese Ernährungsweise beim Abnehmen helfen kann und dass sie in der Lage ist, gesundheitsförderliche Prozesse anzustoßen. Doch wie funktioniert das Intervallfasten und was hat es mit der Autophagie zu tun?

Ein typisches Muster beim Intervallfasten ist das sogenannte 16/8-Schema. Dabei wird 16 Stunden gefastet und 8 Stunden normal gegessen. Man lässt also zum Beispiel das Frühstück ausfallen und trinkt in der Phase des Fastens nur Wasser, Tee oder Kaffee. Folglich steht dem Körper nicht mehr rund um die Uhr Nahrung zur Verfügung. Für den Körper ist dies eine natürliche Situation, denn das nahezu unbegrenzte und ständig verfügbare Nahrungsangebot existiert erst seit der frühen Neuzeit. Unsere Vorfahren hingegen durchlebten schon immer Perioden des Fastens. Somit ist der menschliche Körper bestens an das Fasten angepasst. In dieser Zeit ist der Körper darauf angewiesen, sich eine andere Quelle für die benötigte Energie zu suchen. Hier kommt die Autophagie ins Spiel: Durch diesen Prozess werden fehlerhafte Bestandteile abgebaut und in Energie umgewandelt. Davon profitiert der Körper gleich in zweierlei Hinsicht. Die Zellen befreien sich von unnötigem Ballast und der Energiemangel wird ausgeglichen. In verschiedenen Modellen konnte bereits gezeigt werden, dass die Autophagie somit zu einem gesunden Leben beitragen und Alterungsprozesse verzögern kann.

Bagherniya M, Butler AE, Barreto GE, Sahebkar A. The effect of fasting or calorie restriction on autophagy induction: A review of the literature. Ageing Res Rev 2018; 47: 183−197.

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Spermidin und Autophagie

Es gibt verschiedene Stoffe, die Autophagie fördern können. Dies trifft beispielsweise auf Spermidin zu. Bei Spermidin handelt es sich um eine natürliche Substanz, die in all unseren Zellen zu finden ist. Etwa ein Drittel des Spermidins in unserem Körper können unsere Zellen selbst produzieren, während zwei Drittel über die Nahrung aufgenommen werden. Doch im Laufe des Lebens nimmt der Spermidingehalt in unserem Körper ab. Diesem altersabhängigen Verlust an Spermidin können wir durch eine spermidinreiche Ernährung oder durch die Einnahme eines entsprechenden Nahrungsergänzungsmittels entgegenwirken. Dass eine spermidinreiche Ernährung die Lebenszeit verlängern kann, wurde in einer Studie gezeigt (Kiechl, 2018). Auch konnten Wissenschaftler zeigen, dass die Einnahme von Spermidin den Abbau der kognitiven Leistung im Alter verlangsamen kann (Wirth, 2018).

Kiechl S, Pechlaner R, Willeit P. Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. Am J Clin Nutr 2018; 108(2): 371−380.
Wirth M, Benson G, Schwarz C, et al. The effect of spermidine on memory perfomance in older adults at risk for dementia: A randomized controlled trial. Cortex 2018; 109: 181−188.

Spermidin kann im Körper den Effekt des Fastens aktivieren – die „Selbstverdauung“ der Zellen (Autophagie).

Wie können wir unseren Körper vor Alterung schützen?

Jeder von uns möchte möglichst lange jung und gesund bleiben. Schon kleine Veränderungen unseres Lebensstils führen zu sichtbaren Ergebnissen. Doch was können wir in unserm Alltag dafür tun?

Eine ausgewogene Ernährung. Auf unserem Speiseplan sollten Lebensmittel mit vielen Antioxidantien stehen. Dazu zählen Obst, Gemüse, Nüsse und pflanzliche Öle. Außerdem spielt der Spermidingehalt eine wichtige Rolle. Dieser ist für die Autophagie und somit eine gesunde Zellregeneration bedeutsam, nimmt jedoch im Laufe unseres Lebens ab. Legt der Konsument bei seiner täglichen Ernährung Wert auf spermidinreiche Nahrungsmittel oder werden ausreichende Mengen Weizenkeime zusätzlich zum „normalen“ Essen konsumiert, kann eine vergleichbare Menge Spermidin aufgenommen werden. Für viele Menschen stellt dies im Alltag aber keine praktikable Lösung dar. Hier können Nahrungsergänzungsmittel mit Spermidin für einen Ausgleich sorgen. Den gleichen Effekt für den Körper können wir durch Fasten erreichen.

Kiechl S, Pechlaner R, Willeit P. Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. Am J Clin Nutr 2018; 108(2): 371−380.

Ausreichend Bewegung. Schon 30 Minuten am Tag können unserem Organismus dabei helfen, lange gesund zu bleiben.

Erholung. Wir sollten unserem Körper die Möglichkeit geben, sich durch genügend Schlaf zu regenerieren und zu erholen. Empfohlen sind ca. 7−8 Stunden Schlaf am Tag. Zusätzlich sollten wir versuchen, unnötigen Stress zu vermeiden.

Schädliche Faktoren vermeiden. Um unseren Körper nicht zusätzlich zu belasten, sollten wir uns beispielsweise vor UV-Strahlung schützen und unliebsame Gewohnheiten wie das Rauchen komplett ablegen.
Diese Punkte sollten wir uns bewusst machen und im Alltag berücksichtigen. So können wir unser Leben möglichst lange und gesund genießen. Ganz nebenbei wird sich das auch auf unser Wohlbefinden auswirken.