Aktivierung der Autophagie hemmt MERS-Coronavirus

Das MERS-Coronavirus („Middle East respiratory syndrome Coronavirus“) wurde 2012 entdeckt. Seitdem wurden der Weltgesundheitsorganisation WHO insgesamt 2.494 bestätigte Fälle aus 27 Ländern gemeldet.1 Das Virus kann eine gefährliche Lungenentzündung mit grippeähnlichen Symptomen verursachen, mit oftmals tödlichem Ausgang: Insgesamt 858 bestätigte Todesfälle stehen mit dem MERS-Coronavirus in Verbindung.1

Nun haben Forscher an der Berliner Charité Erstaunliches herausgefunden: Damit sich das Coronavirus vermehren kann, muss es den körpereigenen Recycling-Mechanismus, die Autophagie, bremsen.2 Zellen nutzen die sogenannte Autophagie, um beschädigte Zellbestandteile abzubauen. Aber auch Viren werden durch diesen Prozess der Selbstverdauung als zellulärer Abfall erkannt und entsorgt. Deshalb drosselt das MERS-Coronavirus die Autophagie und kann sich so besser vermehren.

Als Antwort auf die Strategie der Viren haben die Forscher Wirkstoffe entdeckt, die die Autophagie ankurbeln und so die Viren-Ausbreitung hemmen. Ob diese, zunächst im Labor getesteten Wirkstoffe auch als Medikament eingesetzt werden können, muss noch getestet werden. Außerdem prüfen die Wissenschaftler zurzeit, ob auch verwandte Coronaviren wie das sich aktuell verbreitende 2019-nCoV ebenfalls durch Aktivierung der Autophagie gehemmt werden können.3

Quellen

  1. https://www.who.int/emergencies/mers-cov/en/
  2. Gassen et al. SKP2 attenuates autophagy through Beclin1-ubiquitination and its inhibition reduces MERS-Coronavirus infection. Nat Commun (2019)
  3. https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/neuer_ansatz_fuer_mers_therapie_entdeckt/